FC 07 FURTWANGEN · SEIT 1907

Historisches. Eine Reise durch mehr als ein Jahrhundert Fußballheimat.

Vom spontanen Kick auf dem Weg zur Martinskapelle über die Rabenhöhe und den Sportplatz an der Breg bis zu Pokalsiegen, Verbandsliga, Vereinsheim und einer starken Jugend: Die Geschichte des FC 07 ist vor allem eine Geschichte von Menschen, die angepackt haben.

1907 Gründung1922 Sportplatz an der Breg1970 Südbadischer Pokal2007 100 Jahre
Kapitel 1 · Die Anfänge

1907 – Gründung mit Vision

Die Idee für den FC 07 entstand nicht in einem Sitzungssaal, sondern auf einer Wanderung.

Schon Ende des 19. Jahrhunderts brachten Uhrmacherschüler den Fußball nach Furtwangen. 1897/98 spielte die „Teutonia“, später folgten „Stern“ und „Germania“. Der entscheidende Impuls kam im Mai 1907: Karl Hummel, Karl Hirt, August Kirner, Karl Heim und Josef Tomscha waren auf dem Weg über die Katharinenhöhe Richtung Martinskapelle. Unterwegs kickten sie mit Pflanzen und herumliegenden Gegenständen – und beschlossen, einen eigenen Fußballclub zu gründen.

Am 2. Juni 1907 trafen sich zehn Männer im Gasthaus „Fortuna“. Karl Hummel wurde erster Vorsitzender, Karl Hirt erster Spielführer. Nur wenige Wochen später, am 15. August 1907, gewann der junge Club sein erstes Wettspiel gegen den FC 04 Gütenbach mit 8:0. 1908 pachtete der Verein auf der Rabenhöhe einen Sportplatz, den die Spieler vor Training und Spiel zunächst zu Fuß erklimmen mussten.

Die zehn Gründer: Karl Hummel, Karl Hirt, Josef Grieshaber, Karl Uttenweiler, Franz-Josef Hug, Albert Scherer, August Kirner, Karl Heim, Friedrich Lüber und Adolf Thurner.
Erste Mannschaft des FC Furtwangen vor dem ersten Spiel gegen Gütenbach 1907
15. August 1907 · RabenhöheDie erste Mannschaft vor dem ersten Spiel gegen Gütenbach.
Personen auf dem Foto

Stehend von links: Adolf Thurner, Albert Scherer, Hans Decker, Karl Hummel, Karl Hirt, Karl Heim, Josef Tomscha. Kniend: Luscher, Riemer. Liegend: Fr. Fehrenbacher, Eugen Hettich, Karl Zuckschwert.

Kapitel 2 · Eine neue Heimat

1922 – Der Sportplatz an der Breg

Der lange Weg von der abgelegenen Rabenhöhe führte den Verein mitten in die Stadt – und in eine neue sportliche Epoche.

Weil die Rabenhöhe weit außerhalb lag und die Pacht immer wieder Schwierigkeiten bereitete, suchte der Verein nach einem zentraleren Gelände. Durch das Entgegenkommen der Fabrikanten Oskar und Felix Ketterer konnte an der Breg ein Grundstück gepachtet werden. Im April 1921 begann der Bau, Ende August 1922 wurde der neue Platz eingeweiht.

Der sportliche Aufschwung ließ nicht lange auf sich warten: 1925 wurde die erste Mannschaft Bezirksmeister der A-Klasse, 1926 folgte die A-Klassengaumeisterschaft im Hochschwarzwald und damit die Aufnahme in die Kreisliga. 1927 kaufte der Verein das Gelände für 2.900 Reichsmark; 1928 wurde der FC 07 als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen.

Eine Episode aus den 1920er Jahren zeigt, wie anders Fußballreisen damals aussahen: Zu Auswärtsspielen ging es mit Fuhrwerk, Fahrrad oder zu Fuß. Nach einem Spiel in Neustadt liefen einige Spieler wegen Geldmangels heim, verirrten sich in der Nacht und kamen erst am Montagmorgen um fünf Uhr in Furtwangen an.
Erste Mannschaft bei der Einweihung des Sportplatzes an der Breg 1922
26./27. August 1922 · Einweihung an der BregDie erste Mannschaft des FC 07 auf der neuen sportlichen Heimat.
Personen auf dem Foto

Stehend von links: Walter Siedle, August Seifritz, Fritz Fehrenbach, Egon Thoma, Otto Meyer (Saig). Kniend von links: Karl Zuckschwert, Otto Hoch, Josef Schlageter. Sitzend von links: Karl Kienzler, Fritz Müller, Karl Hirt (1. Vorsitzender).

1929–1950 · Krisen, Krieg und Neubeginn

Der Verein hält durch.

1930/31

Trotz Not wieder Meister

Hohe Schulden, Arbeitslosigkeit und sinkende Einnahmen zwangen den Verein sogar zu einem freiwilligen Abstieg. Dennoch wurden 1930/31 beide Mannschaften Meister; die Erste kehrte in die Kreisliga zurück.

1933–1935

Umbau aus eigener Kraft

Eine Vereinslotterie brachte 3.000 Reichsmark Reingewinn für den Sportplatzumbau. 1935 wurde der erneuerte Bregsportplatz eingeweiht.

1940

Jugend als Lichtblick

Die Jugendmannschaft wurde Schwarzwaldmeister und erreichte bei den badischen Meisterschaften gegen VfR Mannheim, FC Pforzheim und FC Adelsheim Rang drei.

1943–1950

Stillstand und Rückkehr

Der Krieg brachte den Spielbetrieb zum Erliegen. Nach Kriegsende wurden die Vereine aufgelöst; 1950 erhielt der FC 07 seine Selbstständigkeit zurück.

Wiederaufbau · 1956–1967

1956–1967 – Zurück in der Erfolgsspur

Nach den schwierigen Nachkriegsjahren wuchs der FC 07 sportlich und organisatorisch wieder zu einer festen Größe im Schwarzwald.

1956 gelang der 1. Mannschaft als Meister der A-Klasse der Wiederaufstieg in die II. Amateurliga. In den folgenden Jahren wurde die Infrastruktur weiter ausgebaut: Das neue Umkleidehaus entstand, eine Beleuchtungsanlage kam hinzu und der Bregtalpokal entwickelte sich zu einer festen Tradition.

1967 feierte der Verein sein 60-jähriges Bestehen. Die Mannschaftsaufnahme aus diesem Jubiläumsjahr dokumentiert eine Generation, die den FC 07 durch eine Phase des Aufbaus führte und damit wichtige Grundlagen für die späteren sportlichen Höhepunkte legte.

Meistermannschaft des FC 07 Furtwangen 1956
1956 · Meister der A-KlasseDie Mannschaft, die den Wiederaufstieg in die II. Amateurliga schaffte.
Personen auf dem Foto

Stehend von links: Bruno Dilger, Lothar Bartle, Wolfgang Gronert, Harald Müller, Karl Dworski, Alfred Burger, Gerold Dilger, Karl Scherzinger. Kniend von links: Bernhard Kopp, Gerd Siedle, Rolf Zähringer.

Erste Mannschaft des FC 07 Furtwangen beim 60-jährigen Jubiläum 1967
9./11. Juni 1967 · 60-jähriges JubiläumDie 1. Mannschaft zum 60-jährigen Vereinsjubiläum.
Personen auf dem Foto

Stehend von links: Karl Schneider (2. Vorsitzender), Erich Heine (Trainingsleiter), Reiner Koch, Manfred Baum, Burkhard Weike, Peter Rentrop, Hugi Schirmaier, Helmut Farin, Helmut Lubenow (in Zivil), Edwin Fischer (1. Vorsitzender), Adolf Brugger (Spielausschuss-Vorsitzender). Kniend von links: Alfred Bruger, Erich Maute, Alex Bürkle, Karl Trenkle.

Kapitel 3 · Aufbau und sportlicher Höhepunkt

1970 – Südbadischer Pokalsieger

Am 30. Mai 1970 schrieb der FC 07 in Offenburg eine seiner größten sportlichen Geschichten.

Nach dem Neubeginn der Nachkriegszeit wurde weiter gebaut und sportlich ambitioniert gearbeitet. 1960 konnte ein neues Umkleidehaus eingeweiht werden. In der Saison 1960/61 stieg die erste Mannschaft in die neu gebildete Schwarzwald-Bodensee-Liga auf. Der große Paukenschlag folgte 1970 mit dem Gewinn des Südbadischen Pokals.

Der Pokalsieg war nicht nur ein Titel, sondern ein Symbol für die sportliche Bedeutung, die sich der Verein über Jahrzehnte erarbeitet hatte. In den Folgejahren wuchs auch die Infrastruktur weiter: 1972 wurde der Hartplatz eingeweiht; von 1975 bis 1977 entstanden unter Mitwirkung der Stadt ein Rasenplatz, eine Laufbahn und ein modernes Umkleidegebäude. Die Stadion-Einweihung wurde gemeinsam mit dem 70-jährigen Jubiläum gefeiert.

Südbadischer Pokalsieger FC 07 Furtwangen 1970
30. Mai 1970 · OffenburgDer Südbadische Pokalsieger FC 07 Furtwangen.
Personen auf dem Foto

Stehend von links: Vorsitzender Edwin Fischer, Staffelleiter Heinz Müller (Niedereschach), Klaus Weisenbach, Siegfried Lubenow, Herbert Kienzler, Spielführer Manfred Baum, Heinz-Jürgen Müller, Hubert Schmidt, Anton Berecic, Spielausschussvorsitzender Adolf Brugger, Trainer Hugo Schirmaier. Kniend von links: Peter Schlageter, Richard Huber, Manfred Albrecht, Eberhard Winker, Erich Maute.

Kapitel 4 · 1983–2007

Große Fußballabende und eine starke Jugend

Die jüngere Chronik verbindet sportliche Höhenflüge, prominente Gastspiele, harte Rückschläge und immer wieder starke Nachwuchsarbeit.

Mit der Rückkehr des früheren Profis Urban Klausmann als Spielertrainer begann 1983/84 ein neuer Aufschwung. Er erzielte selbst 45 Tore; die erste Mannschaft wurde mit neun Punkten Vorsprung Meister und kehrte in die Landesliga zurück. Auch die zweite Mannschaft wurde Meister und stieg in die Bezirksliga auf.

1985/86

Aufstieg in die Verbandsliga

Nach einer begeisternden Aufholjagd wurde der FC 07 Meister der Landesliga Staffel 3. In einem Herzschlagfinale beim FC Neustadt sicherten sich die Grün-Weißen den Titel. Ein großer Autokorso durch Furtwangen und die Meisterfeier im Gasthaus Rössle machten den Erfolg zum Stadtereignis.

In dieser Ära wurde das Bregstadion auch zur Bühne für große Namen. Der 1. FC Kaiserslautern gastierte vor über 1.000 Zuschauern. Gegen den Hamburger SV kamen rund 2.700 Besucher; Michael Baum brachte den FC 07 nach fünf Minuten sogar mit 1:0 in Führung, ehe der Europapokalsieger die Partie 5:1 gewann. Auch AEK Athen sorgte für internationale Fußballluft.

Mannschaft des FC 07 Furtwangen Ende der 1980er Jahre
Ende der 1980er JahreEine Mannschaft aus der überregional erfolgreichen Phase des FC 07.
1992–1996 · Bauen, konsolidieren, wachsen

1994 – Das Vereinsheim wird zum Zuhause

1992 erhielt der Verein nach rund einem Jahr Planung den „Roten Punkt“ für ein neues Vereinsheim im Sportgelände. Spenden aus der Furtwanger Industrie in Höhe von annähernd 30.000 DM halfen bei der Finanzierung. 1994 konnte das Gebäude eröffnet werden.

Die Zahlen zeigen, wie sehr dieses Projekt vom Ehrenamt lebte: 45 Mitglieder und Helfer erbrachten in nur einem Jahr annähernd 3.500 freiwillige Arbeitsstunden. Peter Maute allein steuerte rund 650 Stunden bei. Das neue Heim entwickelte sich schnell zum Mittelpunkt des Vereinsgeschehens.

Parallel wuchs die Nachwuchsarbeit weiter. 1995/96 überschritt die Zahl der Jugendspieler erstmals die Marke von 200. Für die zehn am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften mussten Trainer und Betreuer gefunden werden; erstmals stand zudem ein über Werbepartner finanzierter FC-Bus für die Jugend zur Verfügung.

Bauphasen des Vereinsheims des FC 07 Furtwangen
1992–1994 · VereinsheimbauAus Planung, Spenden und tausenden Stunden Eigenleistung entsteht der neue Vereinsmittelpunkt.
1998–2005 · Jugend als Motor

Talente, Titel und der sportliche Wiederaufbau.

1997/98

Talente mit großer Perspektive

Mario Ketterer und Alex Feucht wurden mit der südbadischen Auswahl Deutscher C-Jugendmeister. Mario Ketterer schaffte zudem den Sprung in die Schülernationalmannschaft und wechselte später zum SC Freiburg.

2000/01

Zurück in die Kreisliga A

Die erste Mannschaft erzielte über 100 Saisontore und stieg über die Relegation auf. Die zweite Mannschaft wurde Meister.

2002

Doppelmeisterschaft

Beide aktiven Mannschaften wurden Meister und stiegen auf. Die Erste erzielte 88 Tore, die Zweite sogar 94.

2004/05

A-Jugend in die Südbadische Jugendliga

Die A-Jugend wurde nach dem Aufstieg in die Verbandsstaffel erneut Meister und marschierte in die Südbadische Jugendliga durch. Über 180 Jugendliche spielten in zehn Mannschaften.

Pokalsieger C-Jugend des FC 07 Furtwangen 1998
1998 · C-Jugend-PokalsiegerEin Beispiel für die Nachwuchsarbeit, die den Verein über Jahrzehnte geprägt hat.
Personen auf dem Foto

Hintere Reihe von links: Trainer Rolf Burger, Phillipp Scherzinger, Uli Bärmann, Mario Ketterer, Bruno Lopez, Ercan Dilek, Matthias Jahr, Phillip Fink, Alexander Feucht, Trainer Herbert Ketterer. Vordere Reihe von links: Sven Fehrenbach, Alexander Prezer, Doriano Zeolla, Markus Dilger, Stefan Heine, Marco Burger, Muhamed Imeri.

2007 · Ein Jahrhundert FC 07

100 Jahre – und der Blick geht weiter nach vorn

Das Jubiläum 2007 war Rückblick und Zukunftsversprechen zugleich.

Der Verein feierte mit Festbankett, Festwochenende und mehreren großen Fußballveranstaltungen. Zu den Höhepunkten gehörte das Gastspiel des VfB Stuttgart im Bregstadion. Gleichzeitig zeigte die Jubiläumsschrift, worauf der FC 07 seinen besonderen Stolz gründete: auf Jugendarbeit, Ehrenamt, Gemeinschaft und die Fähigkeit, auch nach schwierigen Phasen immer wieder neu anzufangen.

Genau darin liegt der rote Faden der Vereinsgeschichte: Plätze wurden gebaut, verkauft, saniert und erweitert. Mannschaften stiegen auf und ab. Vorsitzende wechselten. Doch die Idee von 1907 – gemeinsam Fußball zu spielen und dafür Verantwortung zu übernehmen – blieb bestehen.

FC 07 Furtwangen1907–2007100 Jahre Leidenschaft.
Heimat. Zusammenhalt.
Vereinsführung · Stand der Jubiläumsschrift 2007

Die bisherigen Vorsitzenden

Die Jubiläumsschrift führt die Vereinsvorstände von der Gründung bis zum Jubiläumsjahr auf. Bei Spielruhe, Vertretungen und der Phase als Allgemeiner Sportverein sind die historischen Hinweise bewusst mit aufgenommen.

1907–1929

1907–1910
Karl Hummel
1910–1914
Karl Hirt
1914–1916
Spielruhe · Erster Weltkrieg
1916–1919
Karl Weisser in Vertretung
1919
Erwin Kreuzer
1919
Hans Dilger
1919
Fritz Fehrenbach
1919–1925
Karl Hirt
1925–1929
Oskar Seifritz

1929–1954

1929–1931
Dr. Oskar Wack
1931–1932
Otto Duffner
1932
Max Räuber in Vertretung als 2. Vorsitzender
1932–1937
Karl Schnurr
1937–1938
Alfons Senn
1938–1942
Josef Duffner
1942–1946
Spielruhe · Wehrdienst
1946
Max Räuber Allgemeiner Sportverein
1946–1949
Oskar Bleder Allgemeiner Sportverein
1949
Max Poitz Allgemeiner Sportverein
1949–1951
Artur Dietz ab 1950 wieder FC 07
1951–1953
Karl Schnurr
1953–1954
Oskar Bleder

1954–1978

1954–1957
Karl Weber
1957–1964
Günter Stöhr
1964
Fritz Mark
1964–1965
Karl Schneider in Vertretung als 2. Vorsitzender
1965–1966
Rolf Zähringer
1966–1967
Günter Stöhr
1967–1972
Edwin Fischer
1972–1973
Heinz Balz
1973–1978
Otto Becherer

1978–2007

1978–1989
Klaus Klaiber
1989–1999
Werner Dold
ab 10.07.1999
Reinhard Becherer in der Jubiläumsschrift 2007 als amtierender 1. Vorsitzender geführt

Quelle: Jubiläumsschrift „100 Jahre FC 07 Furtwangen e.V. 1907–2007“, insbesondere die Vereinschronik Teil 1 (1907–1982) und Teil 2 (1983–2007). Bildunterschriften und Personennamen wurden nur dort ergänzt, wo sie in der Festschrift ausdrücklich zugeordnet sind.